Mittwoch, 28. Oktober 2015

Nadel und Faden: Der Blazer im CHANEL-Stil - Teil 1

Bis vor ein paar Jahren wusste ich mit Blazern wenig anzufangen und trug sie allenfalls zu Bewerbungsgesprächen. Alles mit Schulterpolstern war mir damals irgendwie suspekt und erinnerte mich an die seltsame Mode der 80er. Heute kann ich das gar nicht mehr nachvollziehen und der Blazer ist eins meiner liebsten Kleidungsstücke. Er passt zu allem, ist auch in letzter Minute vor der Arbeit schnell übergeworfen und damit sieht jede Frau angezogen aus.

Wie bei den meisten meiner Freundinnen überwiegt auch in meinem Kleiderschrank der Anteil der „vernünftigen“ Blazer in dunklen Farben. Allerdings finde ich auch bunte Blazer richtig toll, da sie ein normales Jeans-Outfit extrem aufwerten können. Besonders gefallen mir Blazer aus Bouclé oder ähnliches Stoffen. Hier gibt es so viele Farbkombinationen, von gedeckten Tönen bis zu knalligen Farbmischungen. Die absoluten Objekte der Begierde - aber leider für immer unerschwinglich - sind natürlich die Boucléblazer und -jacken von CHANEL. Nach einem Modell in diesem Stil suche ich schon lange, konnte aber bislang keines finden, das mich wirklich überzeugt hätte. Entweder gefielen mir die Stoffe oder Schnitte der Jacken nicht und außerdem waren sie mir alle zu kurz.

Als ich dann vor kurzem einen schönen Boucléstoff gefunden habe (ich glaube, ich habe ihn über alfatex bestellt), war die Umsetzung klar: Statt weiter die Geschäfte abzugrasen, würde ich mir den Blazer selbst nähen! Der Stoff ist schwarzgrundig und hat eingewebte Fäden und pink und türkis. Zusätzlich ist er noch goldfarben beschichtet. Ein unauffälliges Kleidungsstück wird es also nicht werden... Als Vorlage habe ich die folgenden Skizzen erstellt. 


Die typische Boucléjacke hat meistens eine eher kastige und kurze Form. Meinen Blazer möchte ich allerdings in einer schmalen und etwas längeren Passform nähen, damit ich ihn auch gut zu Hosen tragen kann. Nach vielem Zeitschriften-wälzen habe ich mich für diesen Schnitt aus der Burda März 2012 entschieden. Da es den Schnitt sowohl für eine Jacke als auch für einen Mantel gibt, konnte ich die Länge ohne Probleme variieren und habe für meinen Blazer eine Länge dazwischen den beiden Modellen gewählt.

Bezüglich der aufgesetzten Taschen bin ich mir auch noch nicht sicher - das entscheide ich dann spontan. Selbiges gilt für Verzierungen: Ich würde gerne die Kanten und Säume noch mit einer Borte oder etwas ähnlichem ausschmücken. Da der Stoff allerdings schon durch die goldene Beschichtung recht auffällig ist, werde ich die Verzierung als letzten Schritt vor der Fertigstellung anbringen. Und sollte das Ganze dann doch zu wild wirken, kann ich immer noch auf die Borten verzichten und die Jacke eher schlicht halten. 



Hier das erste Bild vom Zuschneiden - ich werde bald weiter berichten, ob mit dem Nähen alles zu klappt wie gewünscht... :)

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Kreuzstich: Handytasche Zuckerkopf - Teil 1

Im Februar habe ich mir ein neues Handy gekauft und dazu so ein anclipsbares Cover für die Rückseite, um es vor (sicher nicht ausbleibenden) Absturzfolgen zu bewahren. Weil das Handy ja jeden Tag in der Handtasche herum fällt, wollte ich gerne zusätzlich noch eine Tasche oder Hülle, in die ich das Handy ganz reinstecken kann. Denn ein von Schlüsseln und Stiften zerkratztes Display ist ja irgendwie doof. Leider bin ich im Internet und in Geschäften nicht fündig geworden – jegliche „Handybekleidung“ hat mir entweder nicht gefallen, passt nur für ein iPhone oder muss buchartig mit Deckel aufgeklappt werden. 

Also kam mir die Idee einfach selbst eine Hülle zu nähen. Am praktischsten finde ich die kleinen Taschen mit Bändchen, bei denen das Handy ein Stückchen aus der Hülle herauskommt, wenn man an dem Band zieht. Gerade wenn das Telefon unterwegs klingelt, ist das sicher hilfreich um den Anrufer überhaupt noch zu erwischen, und eine Tasche, aus der man das Ding erst mühsam herausfriemeln muss, ist eher unzweckmäßig.

Da das Ganze ja auch ein bisschen was hermachen soll, möchte ich den Stoff vor dem Vernähen besticken. Als Motiv hatte ich mir zunächst etwas mit Hirschen überlegt - die sehen einfach immer nett aus. Nach einigem Hin- und Herüberlegen kam mir aber noch ein anderes Motiv in den Sinn: Ein mexikanischer Zuckerkopf

Diese bunt verzierten Totenköpfe und insbesondere die Skelettfrau "La Catrina" sind Symbole für den mexikanischen Feiertag Dia de los Muertos, den Tag der Toten. Ich glaube, bei uns sind sie noch bekannter geworden, seit Lena Hoschek das Motiv der Zuckerköpfe vor einigen Jahren in ihre Modenschau eingebracht hat. Mir gefallen die Zuckerköpfe sehr, sie sind einfach so schön bunt und verspielt, ohne dabei allzu kitschig zu wirken.

Als Inspiration habe ich mir einige Bilder auf Pinterest herausgesucht und dann diese Stickvorlage gestaltet:



Die Stickerei selbst soll natürlich bunt werden, aber als Vorlage reicht mir zunächst auch diese Umrisszeichnung. Als Material für die Tasche habe ich einen grauen Filz erstanden. Es ist allerdings kein echter Wollfilz, sondern besteht nur aus Kunstfaser. Naja, für das erste Probemodell wird es ausreichen. Das Stickbild möchte ich ohnehin zunächst auf einen weißen Stoff sticken und es dann auf den Filz applizieren.

Hat jemand von euch schon einmal eine solche Tasche mit Bändchen genäht? Wie hat es geklappt?

Sonntag, 18. Oktober 2015

Unterwegs: Zürich und das Museum für Gestaltung


Vor vier Wochen bin ich mit meinen Eltern und meiner Schwester für ein verlängertes Wochenende nach Zürich gefahren. Die Stadt ist eine der Schönsten, die ich bisher gesehen habe, und gefiel mir bei dem jetzigen Besuch sogar noch besser als bei meinem ersten Wochenende in Zürich 2012. Nur durch die Straße und kleinen Gässchen zu gehen und sich die wunderschönen Häuser und Fassaden anzuschauen ist wirklich ein Augenschmaus.








Nachdem wir am Ankunftstag nur durch die Stadt spaziert waren und das schöne Wetter genossen hatten, besuchten wir am zweiten Tag das Museum für Gestaltung. Dort findet (verlängert wegen des großen Erfolgs :)) noch bis zum 01.11.2015 die Ausstellung „Fotografien aus dem Orient“ mit Bildern des amerikanischen Fotografen Steve McCurry statt. Zu sehen sind Fotografien aus Afghanistan, Indien, Nepal, Tibet, Sri Lanka und vielen weiteren Ländern, die Steve McCurry seit den siebziger Jahren bereist hat. Ausgestellt sind sowohl viele Portraitaufnahmen, als auch Bilder von Landschaften und dem Umfeld der Menschen, die auch einen kleinen Einblick in die jeweiligen Lebensbedingungen verschaffen. Neben den Bildern gibt es innerhalb der Ausstellungen einen Film zu sehen, in dem Steve McCurry mit dem Kurator der Ausstellung spricht. Hierbei erzählt er unter anderem, wie viel Arbeit in der Vorbereitung der Fotografien liegt und wie viel Zeit (Stunden!) er auf der Suche nach den perfekten Motiven benötigt hat. Das hat mich echt umgehauen, es ist Fotokunst hoch 10!

Die Ausstellung hat mir wahnsinnig gut gefallen – die Bilder von Steve McCurry sind im kleinen Format schon sehr eindrucksvoll, aber als große Abzüge sind sie atemberaubend. Die Fotos sind so unglaublich farbenprächtig und intensiv, dass man beim Betrachten wirklich eine Gänsehaut bekommt! Das bekannteste Bild der Ausstellung ist sicher „Das afghanische Mädchen“, das 1984 in einem Flüchtlingslager in Pakistan entstanden ist. Aber auch die anderen Portraits und Bilder sind unglaublich schön, trotzdem die Motive nicht selten schlimmste Armut und großes Elend zeigen. Über die Arbeiten von Steve McCurry sind bereits mehrere Bücher erschienen, die ebenfalls in der Ausstellung zum Blättern auslagen und in denen noch mehr Fotografien zu sehen waren. 


Neben der Fotoausstellung fand auch die Ausstellung "Animierte Wunderwelten" im Museum für Gestaltung statt, die wir mit unserer Eintrittskarte ebenfalls besuchen konnten. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Welt der Animationen und des digitalen Designs, dass immer mehr für Filme, Werbung und vieles andere, was wir im Alltag sehen, zum Einsatz kommt. Das war ebenfalls spannend - am besten hat mir der Vogelflugsimulator gefallen, bei dem man, ausgestattet mit einer VR-Brille, Kopfhörern und einem Ventilator, der den Wind imitierte, als Vogel über eine Großstadt fliegen konnte. Beim Drehen des Kopfes konnte ich sogar die eigenen Flügelspitzen am Rand meines Gesichtsfeld sehen - das war schon ein einmaliges Erlebnis.
Fazit: Das Museum für Gestaltung ist auf jeden Fall einen Besuch wert!  


Hier geht es zur Website des Museums.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Nadel und Faden: Grün zum goldenen Oktober

Da uns in den nächsten Tagen ja der goldene Oktober erwarten soll, zeige ich euch vor dem kalten Herbsteinbruch noch schnell etwas Kurzärmliges. Die Bluse habe ich schon vor einiger Zeit genäht, daher zeige ich sie hier schon in der fertigen Version. 


Den Schnitt für das Blusentop habe ich aus einem Kleiderschnitt abgewandelt. Mein absolutes Standardwerk für Schnittmuster ist die (Nähzeitschrift) Burdastyle. Hier entdecke ich häufig Kleiderschnitte mit raffinierten Details, die mir richtig gut gefallen. Allerdings habe ich mittlerweile einige Kleider in meinem Schrank und vor allem um die „feineren“ Exemplare ständig tragen zu können, fehlen mir die Gelegenheiten. Viel alltagstauglicher sind dagegen Blusen oder andere Oberteile, die man jederzeit zu Jeans, Hosen und Röcken kombinieren kann. Also kürze ich die Kleiderschnitte bei meiner Umsetzung einfach oder lasse das Rockteil weg.

Für dieses Modell habe ich ein Schnittmuster aus der Burda Januar 2013 verwendet, den ihr hier findet. Für das Top habe ich einfach nur die drei oberen Teile verwendet und musste so nicht einmal einen Saum freihand einzeichnen. Um es noch etwas mehr auf Figur tragen zu können habe ich zusätzlich einen Bindegürtel dazu genäht. 


Als Material habe ich eine dunkelgrüne Wildseide (ich denke mal, es ist echte Seide?) verwendet, die schon ewig in meinem Nähschrank lag. Der Stoff ließ sich auch sehr angenehm verarbeiten; da er etwas Stand hat, glitt er mir nicht ständig durch die Finger oder verrutschte wie glatte Seide. Das Top war schnell genäht und der Schnitt passt auch ziemlich gut. Einzig am Hals stand der Ausschnitt hinten etwas ab, was sich aber mit zwei zusätzlichen kleinen Abnähern beheben ließ. Ich finde, sie fallen nicht allzu störend auf.


Was hier nicht so gut lief...

Als Sparfuchs habe ich einen schwarzen Reißverschluss verarbeitet, der noch in meinem Nähkästchen lag, aber eigentlich viel zu kurz war. Mit einer Länge von 22 cm reicht er nur knapp bis unter die Schulterblätter. Da das Oberteil recht schmal geschnitten ist, muss ich mich nun schlangenmenschengleich hinein und hinaus wurschteln – das hätte ich mit einem längeren Reißverschluss viel einfacher haben können! 
Merke: Die Angaben bei den Nähzutaten sind schon irgendwie durchdacht und es ist irgendwie hilfreich, sich danach zu richten. ;)

Falls ihr euch auch schon an diesem Schnittmuster oder etwas Ähnlichem versucht habt, wenn euch der Post zu technisch-nählastig war oder ihr allgemein Tipps oder Kommentare habt, freue ich mich über eure Nachrichten. 

Samstag, 10. Oktober 2015

Und los geht's!

Hallo zusammen, mein Name ist Vera und ich bin 27 Jahre alt. Ich wohne in der Nähe von Frankfurt am Main, wo ich auch aufgewachsen bin. Während des Studiums und in den Jahren danach habe ich auch einige Zeit in Mannheim und München verbracht – aber in Hessen gefällt es mir einfach am besten.

In meinem Blog möchte ich vor allem über meine Bastel- und Nähprojekte berichten und ihre Fortschritte dokumentieren. Sicher kennt ihr das - es gibt so viele tolle Ideen und Inspirationen, Schnittmuster für tausend wunderschöne Sache, aber häufig hapert es an der Zeit und der Kontinuität für die Umsetzung - zumindest geht's mir so. Leider neige ich auch dazu, begonnene Projekte monatelang vor der Nähmaschine liegen zu lassen, wenn die Passform partout nicht stimmen will oder ich eine Naht zum dritten Mal auftrennen muss. Selbiges gilt für halb fertige Bastelarbeiten und so weiter…

Mit dem Blog versuche ich mich also selbst zu überlisten, um Angefangenes zu Ende zu bringen und hoffentlich viele meiner Ideen umzusetzen. Es soll ein kreativer Ausgleich zu meinem Bürojob werden und gleichzeitig einen Platz für alles, was mich neben dem Nähen noch begeistert und interessiert.

Über den Namen:
Auf der Suche nach einem Namen für den Blog kam mir die Idee mit den Farben. Eine konkrete Lieblingsfarbe habe ich nicht, ich mag alles Bunte. Doch am liebsten sind mir Grün- und Blautöne und alles Rosa-Rote. Daran angelehnt entstand "Silbergrün Jadeblau".

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen :)