Sonntag, 22. November 2015

Bastelkiste: Die Fotowand

Schöne Fotos sollte man aufhängen - allerdings fällt es mir häufig schwer, den passenden Rahmen für die Bilder zu finden. Fotos gänzlich ungerahmt an die Wand zu kleben finde ich irgendwie komisch – schließlich wohne ich ja nicht mehr in meinem Kinderzimmer. Doch auch jedes Bild einzeln zu rahmen und dann gruppiert aufzuhängen, finde ich zu unruhig.

In Wohnzeitschriften habe ich schon häufiger Fotowände aus Stoff gesehen, unter deren Gummi- oder Stoffbänder man die Fotos einfach drunterschieben kann. Eine Freundin hat vor kurzem eine solche Fotowand selbst gebastelt und mir versichert, dass es nicht schwer gewesen sei. Also habe ich mich auch daran versucht und die Fotowand tatsächlich an nur einem Abend gebastelt bekommen.



Als Material benötigt ihr zunächst eine Sperrholzplatte in der gewünschten Größe. Meine ist ca. 1 cm stark und wurde mir von einem netten Baumarktmitarbeiter auf die richtige Größe zurecht gesägt. Der Stoff und das darunter liegende Volumenvlies sollten je ca. 10 cm breiter als die Größe der Holzplatte sein (also an jeder Kante 5 cm überstehen). Außerdem benötigt ihr noch Bänder oder Schnüre und Polsternägel, einen Hammer und einen Handtacker

Den einen Stoff und das Volumenvlies habe ich über alfatex bestellt. Nach langem Hin und Herüberlegen habe ich mich für einen eher dezent gemusterten Baumwollstoff entschieden, da das Muster des Stoffs ja nicht den bunten Fotos die Schau stehlen soll. 
Weil das Hämmern und Tackern auf einem glatten Boden ziemlichen Lärm machen kann, lässt sich das Ganze am besten auf einem Teppich oder einer Decke zusammen basteln.


Als erstes werden das Volumenvlies und der Stoff zusammen an die Holzplatte getackert. Damit währenddessen nichts verrutschen kann, befestigt ihr den Stoff und das Vlies vorher mit etwas Klebeband auf der Rückseite der Platte. Wichtig ist auch, dass die Tackerklammern kürzer sind als die Dicke der Platte – ansonsten stehen sie auf der Vorderseite heraus und auch wenn sie vielleicht noch durch den Stoff verdeckt sind, kann man sich gemein daran kratzen.

Nachdem der Stoff mit etwas Spannung (damit er schön glatt liegt) an der Platte befestigt ist, müsst ihr euch überlegen, in welchem Abstand oder Muster die Bänder auf der Fotowand liegen sollen. Wollt ihr später eher größere Motive und Bilder daran befestigen, sollten die Abstände größer sein und ihr benötigt auch weniger Band. Damit nachher alles symmetrisch ist, fangt ihr in der Mitte an und tackert das erste Band an beiden Enden auf der Holzrückseite fest. Danach arbeitet ihr euch nach rechts und links vor und befestigt alle übrigen Längs- und Querbänder.


Um die Bänder schlussendlich noch untereinander zu befestigen könnt ihr an den Schnittstellen noch Polsternägel einhämmern. Allerdings sind die Nägel nur für die Optik– wenn die Schnüre mit leichter Spannung angetackert sind oder von vorneherein mit einander verwoben, können die Fotos sowieso nicht durchrutschen. Ich konnte im Baumarkt übrigens nur Polsternägel in einer Größe finden, weshalb sie auf der Rückseite leicht herausstehen. Aber da beim fertigen Werk die Rückseite ohnehin nur selten zu sehen ist, finde ich es nicht weiter störend.

Und nun müssen nur noch die Fotos dran gesteckt werden...




Donnerstag, 19. November 2015

Kreuzstich: Handytasche Zuckerkopf Teil 2

Nach vielem Hin und Her und einigem Auftrennen ist sie nun endlich fertig: Die neue Klamotte fürs Handy :) Schnell gemacht war die Tasche nun nicht gerade, aber dafür ist das Telefon nun wenigstens gut angezogen. Ganz begeistert war ich übrigens, als ich vor wenigen Tagen den neuen James Bond - Spectre geschaut habe und die Handlung in Mexico City begann - Zuckerköpfe en masse!

Verglichen mit der Vorlage habe ich das Motiv bei der Umsetzung doch etwas abgewandelt. Beim ersten Stickversuch war der Totenkopf insgesamt zu groß, sodass ich ihn nur mit Mühe auf die Handyhülle hätte quetschen können. Die zweite Version habe ich daher von vorneherein etwas verkleinert, musste dann aber auch aus Platzgründen die Blätterranken auf der Stirn weggelassen. Nachdem ich die Blumen auf dem Kopf zur Hälfte fertig gestickt hatte, fand ich es zunächst zu kleinteilig und unruhig. Da ich aber nicht schon wieder alles auftrennen bzw. neu beginnen wollte, habe ich einfach einige größere Flächen in ähnlichen Farben drum herum drapiert. Das Ergebnis gefällt mir nun deutlich besser, auch wenn meine La Catrina nun zugegebenermaßen ein bisschen wie eine dieser Omis mit den Blumenbadekappen aussieht... :)



Zunächst habe ich als Stoff für das Stickbild einen weißen Batist verwendet, der noch von einer Bluse übrig 
war. Zwar hatte ich den Stoff vor dem Besticken extra mit Vlieseline verstärkt, aber er war trotzdem noch sehr fein und verzog sich, je mehr Elemente ich stickte. Auf der Suche nach einer Alternative aus den Bastelbeständen habe ich einen Rest Stoff entdeckt, der von einem Bettlaken stammte. Da er deutlich fester war, ließ er sich zwar nicht ganz so leicht besticken wie der Batist; weil das fertige Motiv jedoch auch strapazierfähig sein sollte, habe ich ihn trotzdem verarbeitet. Nach ein bisschen Gewöhnung ging das Sticken auch gar nicht so schlecht.
Die Motive habe ich fast alle im Plattstich gestickt, d.h. ich habe die Flächen einfach mit glatten Stichen vollständig ausgefüllt. Es gibt ja ganz ausgefuchste Stickstiche, die aber häufig noch zeitintensiver sind als „normales“ Sticken im Kreuz- oder Plattstich ohnehin schon ist. Deshalb habe ich hier einfach frei Schnauze mit den einfachsten Stichen gearbeitet. Nachdem das Stickmotiv fertig war, habe ich es mit einem halben cm Nahtzugabe ausgeschnitten, die Zugabe eingeschlagen und es mit kleinen Matratzenstichen auf den Filz genäht.




Das Nähen der tatsächlichen Hülle war dann schnell gemacht: Hier habe ich einfach zwei Teile in der Größe des Handys mit jeweils 1 cm Nahtzugabe zugeschnitten und dann das Bändchen ca. 2 cm oberhalb der unteren Kante des Vorderteils angesteppt. Damit die Größe der Tasche dann auch genau passt, habe ich das Handy einfach in die Hülle gesteckt und Vorder- und Rückteil außenherum zusammen genäht. Auf einen Knopf oder Magnetverschluss der Tasche habe ich vorerst verzichtet - sollte es doch notwendig sein, kann ich es noch nachträglich anbringen.


Insgesamt ist die Hülle ungefähr so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte und der Mechanismus mit dem Bändchen zum Herausziehen funktioniert erstaunlich gut - was sagt ihr dazu?

Samstag, 7. November 2015

Nadel und Faden: Der knallrote Rock


Röcke sind nähtechnisch meine liebsten Kleidungsstücke - die Schnitte sind meistens nicht zu kompliziert und sie sind schnell genäht. Gerade wenn der Rock ausgestellt ist, muss er eigentlich nur am der Bund passen, einen geraden Saum haben und fertig!
Mittlerweile haben sich einige Röcke für die warmen Jahreszeiten angesammelt, aber ich habe nur wenige, die auch für kühlere Temperaturen geeignet wären. Deshalb wollte ich schon länger einige Winterröcke nähen. Hier nun das erste Exemplar aus dieser Reihe: Ein leicht ausgestellter Rock, der durch Längsnähte auf Figur gebracht wird. Vorlage war dieses Schnittmuster aus der Burdastyle August 2012; einzig die aufgesetzten Taschen habe ich weggelassen.
Als Material kam ein roter Wollstoff zum Einsatz, den ich ursprünglich mit dem Gedanken an ein rotes Kostüm (Vorbild war Duchess Catherine in diesem Kostüm von Luisa Spagnioli) gekauft hatte. Ist es nicht schön?!

Bildquelle hier

Aus Zeitgründen bin ich jedoch nicht dazu gekommen, das ganze Ensemble zu nähen und richtig alltagstauglich ist ein rotes Kostüm leider auch nicht. Stattdessen habe ich den Stoff kurzentschlossen für einen Rock verwendet. 
Das Material ließ sich gut verarbeiten, allerdings war der Stoff für einen Rock fast etwas zu dick und hätte sich vielleicht besser für einen Mantel oder eine Jacke geeignet. Da sich die Nahtzugaben an den Innenseiten der Längsnähte partout nicht flach hinlegen wollten, habe ich sie kurzerhand festgesteppt. Ich finde das Ergebnis ganz ok, man könnte es auch für reine Ziernähte halten.

Damit der Stoff am Bund nicht doppelt liegen musste und noch knubbeliger wird, habe die obere Kante des Rocks einfach mit einem rotem Ripsband eingefasst und über dem Reißverschluss noch ein Häkchen angenäht.

Insgesamt gefällt mir das Ergebnis ganz gut und er Rock lässt sich auch super kombinieren - Ziel erfüllt! :)






Mittwoch, 4. November 2015

Lesezeichen: Bücher im Oktober

Im Oktober beginnt für mich der Herbst - den September zähle ich mal noch zum Spätsommer :) - und damit auch der gemütliche Teil des Jahres mit mehr Zeit zum Lesen, Tee trinken und Filme schauen.

Im vergangenen Monat habe ich einige Bücher gelesen, die mir richtig gut gefallen haben und die ich euch hier vorstellen möchte:


Lillesang – Das Geheimnis der dunklen Nixe von Nina Blazon

Ja, ich weiß, dass es sich um ein Jugendbuch handelt und ich dem Alter der Zielgruppe nicht so ganz entspreche. Trotzdem hat mir „Lillesang – Das Geheimnis der dunklen Nixe“ von der deutschen Schriftstellerin Nina Blazon wirklich gut gefallen. Nicht nur das glitzernde Buchcover spricht auch größere Mädchen und Leserinnen an :) – die Geschichte ist in sich sehr rund und wirklich spannend. 
Das Buch handelt von der 11-jährigen Jolanda, genannt Jo, deren Mutter das Haus ihrer verstorbenen Tante an der dänischen Küste erbt. Um den Nachlass zu regeln und das Häuschen zu verkaufen, reist Jos Mutter nach Dänemark und nimmt widerwillig auch Jo und ihren Vater mit. In Dänemark angekommen stößt Jo jedoch auf einige Rätsel zum Tod ihrer Großtante und der Kindheit ihrer Mutter. Vieles scheint nicht mit rechten Dingen zu zugehen und sie entdeckt immer mehr Hinweise auf übernatürliche Meereswesen, die irgendwie mit Jos Familie zusammenhängen. Hierbei wird auch das Märchen der kleinen Meerjungfrau von Hans Christian Andersen geschickt in die Geschichte eingeflochten. 
Jo ist eine sehr sympathische Protagonistin und die dänische Küste und Landschaft sind schön geschildert - man kann beim Lesen beinahe das Rauschen der Wellen hören. Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich gut lesen (ist ja auch ein Jugendbuch). Trotzdem tappt der Leser einige Zeit darüber im Dunkeln, wer gut und wer böse ist, was die Geschichte wirklich spannend macht. Ich hatte das Buch nach drei Tagen ausgelesen und kann es in jedem Fall empfehlen.

Nina Blazon: Lillesang - Das Geheimnis der dunklen Nixe
Erschienen bei: cbt
416 Seiten

Unter dem Südseemond von Regina Gärtner

Zu meinen liebsten Genres gehören „Auswandererromane“ - Bücher, die zur Kolonialzeit spielen und in denen die Hauptfiguren zu einem neuen Leben in den exotischsten Ländern aufbrechen. Die Zielgruppe dieser Bücher sind ganz klar Frauen, fast immer spielt ein wahnsinnig gut aussehender Kapitän/ Schiffsarzt/ Abenteurer oder Einheimischer die männliche Hauptrolle. Ohne eine dramatische Romanze und jede Menge Familiengeheimnisse geht es natürlich auch nicht. Trotzdem lese ich diese Romane sehr gerne; vor allem die tollen Schauplätze, an denen die Bücher spielen, haben es mir angetan! Das ist wie ein Kurzurlaub :) 

Schon vor einigen Monaten hatte ich also "Unter dem Südseemond" aus der Bücherei ausgeliehen, aber nicht geschafft, es innerhalb der Leihfrist zu lesen. Weil jedoch der Klappentext und das Cover so vielversprechend aussahen, wollte ich es unbedingt doch noch lesen. Also habe ich es kürzlich noch einmal ausgeliehen und es dann in wenigen Tagen verschlungen! 

1912 heiratet die 18-jährige Alma aus Pflichtbewusstsein gegenüber ihrer Familie den deutlich älteren Herrmann. Direkt nach der Hochzeit treten die beiden die Reise von Köln in die deutsche Kolonie Samoa an, wo Herrmann eine Stelle in der Kolonialhandelsgesellschaft antreten wird. Schon auf der Reise begegnet Alma dem australischen Seefahrer Joshua und damit ist das romantische Drama eingeläutet. Auf Samoa angekommen muss Alma sich mit ihrem neuen Leben in einer lieblosen Ehe arrangieren und zugleich weit weg von ihrer Familie Fuß fassen.

Alma ist ein herzensguter Mensch und als Leser fiebert man ehrlich mit und wünscht ihr ein Happy End. Manchmal hätte ich mir von Alma etwas mehr Kampfgeist gewünscht, denn zunächst fügt sie sich über Jahre ihrem Schicksal und lässt mehrere Chancen zur Veränderung ungenutzt. Doch da sich die Geschichte über einen Zeitraum von 15 Jahren erstreckt, verändert sich Alma im Laufe der Handlung, wird selbstsicherer und unabhängiger. Auch die Nebencharaktere wie Almas Freundin Heather oder Joseph, der "Landstreicher" auf Samoa, sowie Almas Geschwister sind sehr schön geschildert und tragen entscheidend zum Lesegenuss des Romans bei. Insgesamt hat mir "Unter dem Südseemond" sehr gut gefallen und ich würde es jederzeit noch einmal lesen.

Als ich dann gesehen habe, dass kürzlich der Fortsetzungsroman, "Der Glanz von Südseemuscheln", erschienen ist, war ich ganz begeistert. Die Geschichte schließt fast unmittelbar an "Unter dem Südseemond" an, allerdings steht hier neben Alma auch ihre jüngere Verwandte Mathilde im Mittelpunkt der Handlung. Es hat mir wirklich Spaß gemacht, wieder über Alma, Mathilde, Joshua und all die anderen zu lesen. Trotz einiger unguter Wendungen und der Ereignisse während des ersten Weltkriegs, bleibt der Zusammenhalt von Familie und Freunden bestehen. Man kann das Buch nicht aus der Hand legen und möchte als Leser unbedingt das (hoffentlich) gute Ende für alle erfahren. Auch wenn so manches Familiengeheimnis und vor allem dessen Entdeckung etwas konstruiert wirkt, hat das Lesen Spaß gemacht. Und nun träume ich von der Südsee... :)

Regina Gärtner: Unter dem Südseemond
Erschienen bei: Heyne
592 Seiten

Regina Gärtner: Der Glanz von Südseemuscheln
Erschienen bei: Heyne
624 Seiten



Die Dahlien stammen übrigens aus meinem eigenen Gärtchen – ich habe dieses Jahr zum ersten Mal Dahlienknollen eingepflanzt und das hat richtig gut geklappt! Besonders seit es im Herbst (nach dem trockenen Sommer) wieder mehr geregnet hat, sind die Dahlien im Garten nochmal richtig ins Kraut geschossen. Und da es nach der Zeitumstellung schon stockfinster ist, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, habe ich kurzerhand einen Großteil der schönen Blüten abgeschnitten und in Vasen und Marmeladengläser gestellt.