Donnerstag, 31. Dezember 2015

Lesezeichen: Bücher im Dezember

Nachdem ich es im November nicht geschafft habe, einen Post über Bücher zu schreiben, hatte ich über die Weihnachtstage wieder mehr Zeit um zu lesen und darüber zu schreiben:

Bildquelle: hier                                                             Bildquelle: hier

Der Fall Moriarty von Anthony Horowitz

Einer meiner absoluten Serienlieblinge in den vergangenen Jahren ist SHERLOCK. Benedict Cumberbatch gefällt mir als Sherlock Holmes einfach viel viel besser als der alberne Robert Downey Jr. Um die Zeit bis zum Erscheinen der nächsten Sherlock-Staffel zu überbrücken, habe ich "Der Fall Moriarty" gelesen und es hat sich wirklich gelohnt!
Die Geschichte spielt wieder zur "echten" Sherlock-Holmes-Zeit, Ende des 19. Jahrhunderts, und knüpft an die Ereignisse nach dem Sturz an den Reichenbachfällen an. Ermittlelt wird daher nicht vom großen Profi selbst, sondern von Inspector Athelney Jones von Scotland Yard. Unterstützt wird Mr. Jones hierbei von dem amerikanischen Privatdetektiv Frederick Chase, aus dessen Sicht die Handlung auch geschildert wird. Ihr Gegenspieler ist der Verbrecherkönig Clarence Devereux, der seine Geschäfte von New York auf London auszudehnen plant. Um dieses Vorhaben zu vereiteln und Devereux zu überführen, ermittelt Inspector Jones als dessen glühender Bewunderer in bester Sherlock-Holmes-Manier um den Fall akribisch zu lösen. Sowohl er als auch Mr. Chase sind sympathische Protagonisten und mir hat das Lesen wirklich Spaß gemacht. Und natürlich spielt auch Professor Moriarty letztlich eine tragende Rolle in dem Fall...   

Anthony Horowitz: Der Fall Moriarty
Erschienen bei: Insel Verlag
343 Seiten

Immer wieder du von Paige Toon

Seit dem ersten Buch, das ich von Paige Toon gelesen habe, warte ich sehnsüchtig jedes Jahr auf ihren neuen Roman. Über die Feiertage habe ich wieder einmal "Immer wieder du" gelesen, denn was passt besser zu Weihnachten als eine herzerweichende Romanze?
Besonders gut gefallen mir die Schauplätze von Paige Toons Romanen - diesmal ist es Australien, genauer Adelaide und Sydney. Obwohl Lily gerade einen Heiratsantrag von ihrem Freund Richard angenommen hat, ist sie nicht ganz mit dem Herzen bei der Sache. Grund dafür ist ihre erste große Liebe Ben, den sie auch nach 10 Jahren nie vergessen konnte. In einer Rückblende erzählt Lily, wie sie Ben kurz nach ihrem Umzug von England nach Australien kennenlernte. Während eines Ferienjobs in einem Naturschutzpark verliebte sie sich in ihn, letztlich kamen sie aber nicht zusammen. Trotzdem kann sie ihn nie vergessen und als sie ihn kurze Zeit nach Richards Heiratsantrag zufällig wieder trifft, steht plötzlich alles Kopf. 
Die Geschichte ist einfach wunderschön erzählt ohne dabei nur aus kitschigen Dialogen zu bestehen. Auch beim zweiten Lesen habe ich so mit Lily mitgefiebert und ihr ein glückliches Ende gewünscht! Hach ja... :) Für Paige Toon kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen!

Paige Toon: Immer wieder Du
Erschienen bei: FISCHER Taschenbuch
432 Seiten

Und nun allen einen guten Rutsch ins neue Jahre 2016!!!

Montag, 28. Dezember 2015

Nadel und Faden: Die Jacquardjacke

In Büdingen, ca. 35 km nordöstlich von Frankfurt am Main, findet jeden September rund um das Büdinger Schloss eine Landpartie statt. Dabei gibt es lauter gediegene Dinge zu bestaunen – Gartengeräte, Mode, Einrichtungsgegenstände und vieles mehr. Vor einigen Jahren fand während der Landpartie auch eine Modenschau des Labels Meier.Meier statt. Hierbei wurden wunderschöne, bunt gemusterte Jacken und Kleider vorgestellt, kombiniert mit Federhüten und anderen ausgefallenen Accessoires – alles, was die Dame von Welt so braucht. :) In Anlehnung an diese Stücke von Meier.Meier habe ich mich an einer ähnlichen Jacke versucht:
 

Bei dem Stoff handelt es sich eigentlich um einen Polsterstoff, den meine Mama durch Zufall in einem Einrichtungsgeschäft entdeckt hatte. Trotzdem eignete er sich super, da er die optimale Festigkeit hat. Für das Futter habe ich einen petrol-türkisfarbenen Stoff gewählt – ich finde es immer schön, wenn der Futterstoff zum Hauptstoff passt, aber trotzdem ein farblicher Blickfang ist.


Als Schnittmuster habe ich einen Jackenschnitt aus dem Burda Modemagazin Dezember 2007 verwendet. In der Nähanleitung wurde empfohlen, die gesamten Vorderteile der Jacke mit Vlieseline zu verstärken – also habe ich das auch gemacht und mir fest vorgenommen, es bei künftigen Jackenprojekten zu wiederholen. Die Vorderteile der Jacke wirkten dadurch viel glatter und hochwertiger, außerdem können sich die Nähte und Nahtzugaben nicht durchdrücken. Das Schnittmuster habe ich 1:1 verwendet und auch während des Nähens kaum Änderungen daran vornehmen müssen. Insgesamt ließ sich der Schnitt gut umsetzen, auch der Schalkragen war nicht zu nähen.


Im Original wird die Jacke mit einem Knopf verschlossen. Da ich mir einen möglichst unauffälligen Verschluss gewünscht habe, hatte ich zunächst einen Magnetknopf angebracht. Dieser Verschluss war allerdings zu schwach und sprang bei jeder Bewegung auf. Also habe ich mich doch auf die Suche nach einem richtigen Knopf gemacht und zwei braun schillernde Knöpfe erstanden. Das entsprechende quer liegende Knopfloch ließ sich jedoch aufgrund der vielen Stofflagen an der Kante nicht gut nähen. Der Stoff war so dick, dass die Maschine ihn gar nicht gleichmäßig weitertransportieren konnte und das Knopfloch viel zu klein geriet. Also habe ich es wieder aufgetrennt und das Knopfloch kurzerhand hochkant eingenäht. Ist zwar nicht ganz richtig für eine Jacke, aber ich konnte mir auf diese Weise viel Ärger ersparen.


Müsste ich die Jacke heute nochmal nähen, würde ich sie etwas länger schneidern und vermutlich auch einen anderen Schnitt wählen. Der runde Ausschnitt ist irgendwie schwierig zu kombinieren – glatte T-Shirts sehen seltsam dazu aus und auch die Bluse gefällt mir nur in Kombination mit einem Schal oder anderem schmückenden Beiwerk um den Hals herum. Aber dieses Risiko muss man (zumindest gemäß meiner bisherigen Erfahrungen) beim Nähen eingehen - wie das fertige Kleidungsstück an der Näherin selbst aussieht und ob einem der Schnitt wirklich steht, erfährt man erst hinterher. Trotzdem gefällt mir der Stoff nach wie vor sehr gut – die Jacke ist halt ein Liebhaberstück.

Habt ihr schon einmal einen ähnlichen Jackenschnitt vernäht? Und wenn ja, wie kombiniert ihr die Jacke?

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Nadel und Faden: Das karierte Etuikleid


Kleider haben es mir einfach angetan – ich kann gar nichts dagegen machen. Und dank der gedeckten Farben und  des dezenten Musters ist dieses Kleid auch wirklich ein Modell für den Alltag und das Büro.
Karos stehen allgemein bei mir sehr hoch im Kurs; leider sind sie jedoch je nach Größe und Farbe des Musters auch nicht leicht zu verarbeiten. Vor allem großformatige Muster müssen ganz exakt zugeschnitten und genäht werden, damit sich das Muster ohne Unterbrechung über das gesamte Kleidungsstück fortsetzt. Anders geht es natürlich auch, es sieht aber dann nicht ganz so schön und irgendwie zusammen gehudelt aus.

Weil das Muster meines Kleiderstoffes jedoch sehr zart ist, war bei der Verarbeitung nicht ganz so große Vorsicht geboten. Bei dem Stoff handelt es sich um einen Wollstoff in mittlerer Stärke, den ich aus den Nähbeständen meiner Oma geerbt habe. Es ist ein klassischer Kostüm- und Anzugstoff und meine Oma hatte ihn ursprünglich für eine Hose gekauft.







Vorlage war ein Schnittmuster aus der Burdastyle Oktober 2009. Hier haben mich das Styling und die Präsentation des Modells in der Zeitschrift sofort angesprochen – die Fotostrecken zu britisch, französisch, asiatisch oder anderweitig national angehauchten Mode gefallen mir immer besonders gut. Das erinnert mich gleich an das durchgehende Styling in Filmen und Filme finde ich gut :)

Da der Schnitt des Kleides ohne viel Schnickschnack ist und auch keine schwierigen Details beinhaltet, ging das Nähen recht flott. Auch die Ärmel waren schnell eingesetzt und unter dem Arm mit einem Besatzstreifen versäumt. Das Futter habe ich später einfach per Hand an der Armausschnittkante festgenäht, die Ärmelchen selbst sind ungefüttert.

Insgesamt war das einzige Detail, das mir an dem Schnitt nicht so gut gefiel, war der recht hohe Ausschnitt im Nacken. Komischerweise habe ich das erst so richtig bemerkt als das Kleid schon fertig war. Vielleicht ist es auch Einbildung, aber wenn ich das Kleid noch einmal nähen würde, dann mit 2 cm weniger Stoff am Hals.



Habt ihr schon viel mit Karos genäht und hat es gut geklappt?