Sonntag, 21. Februar 2016

Zopfmuster: Die Sockenschuhe

Damit die Winterzeit nicht zur ständigen Kalte-Füße-Zeit wird, hat sich mittlerweile in meinem Kleiderschrank eine ganze Sammlung dicker Socken angehäuft. Doch wie schon Professor Dumbledore zu Harry sagte: „Socken kann man nie genug haben.“ :)









Als ich nun beim Durchblättern einiger alter Zeitschriften in der November-Burda 2011 auf eine Anleitung für gestrickte Sockenschuhe gestoßen bin, war ich gleich begeistert. Es waren fast mehr die Bommeln als die Schuhe selbst, die mich fasziniert haben. Da die Umsetzung nach dem Überfliegen der Anleitung nicht allzu schwierig erschien, wollte ich mich gerne daran versuchen.

Gesagt, getan: Eine passende Wolle war schnell gefunden und dank meiner Oma bin ich auch mit Stricknadeln in allen erforderlichen Stärken ausgestattet. Ich habe eine mittelstarke Wolle mit Nadeln Stärke 5 verstrickt. Wie bei allen Socken wird auch hier von oben nach unten, bzw. von der Ferse zu den Zehen gestrickt. Begonnen wird mit einem glatten Stück kraus rechts (d.h. es werden in jeder Reihe nur rechte Maschen gestrickt; dieses Stück sieht dann von Vorder- und Rückseite gleich aus). Nachdem das Stück die Länge der seitlichen Schuhöffnung erreicht hat (ca. 12-13 cm), werden die Maschen auf ein Nadelspiel aufgeteilt und es wird reihum glatt rechts weitergestrickt bis nach weiteren 12-13 cm die Schuhspitze beginnt. Hierfür werden jeweils die zweite und vorletzte Masche jeder Reihe abgenommen, bis nur noch vier Maschen übrig sind. Diese letzten Maschen werden zusammengezogen und vernäht.

Um den Schuh in Form zu bringen, wird dann noch das hintere Sockenteil in der Hälfte aufeinander gelegt und zusammen genäht, sodass eine Fersennaht entsteht. Damit die obere Kante noch etwas stabiler ist und schöner aussieht, habe ich zuletzt noch die Schuhöffnung mit festen Maschen umhäkelt.

Weil sich die Schuhe sehr leicht und schnell stricken ließen, habe ich nach dem ersten Probepaar auch noch einige Puschen für Gäste in Angriff genommen. Dabei habe ich ganz unterschiedliche Wollreste in verschiedenen Stärken verstrickt; die Maschen- und Reihenanzahl habe ich einfach durch Ausprobieren bzw. Anhalten ermittelt. Da die kompletten Puschen nur in rechten Maschen gestrickt werden, kann man das auch prima nebenher, zum Beispiel beim Fernsehen, machen. 



Sonntag, 14. Februar 2016

Nadel und Faden: Der Blazer im CHANEL-Stil - Teil 2



Schon lange wollte ich gerne einen Blazer aus Bouclé nähen. In diesem Post hatte ich bereits von dem geplanten Projekt berichtet. So schnell wie gedacht ist die Jacke leider nicht fertig geworden, und dann war das Wetter so anhaltend trüb, dass lange keine schönen Fotos entstanden sind - aber hier ist sie nun, tadaa! Lustigerweise waren es diesmal meine Omas, die mich dazu motiviert haben, die Jacke fertigzustellen. Sie haben den Blazer einmal in halb fertigem Zustand gesehen, und waren dabei von dem Stoff und der Farbe so angetan, dass sie mich in der Vorweihnachtszeit mehrmals gefragt haben, ob der Blazer denn bereits fertig sei... Deshalb habe ich mich rangehalten und ihn Anfang Januar erstmals ausführen können. 

Das Schnittmuster:
Basis für den Blazer war dieser Burdaschnitt, allerdings habe ich die Vorder- und Rückteile ca. 10 cm verlängert. Obwohl der Schnitt bereits etwas tailliert war, wirkte das fertige Modell doch sehr kastig. Also habe ich die Nähte in der Taille noch etwas mehr zusammen gefasst, um die Silhouette zu schmälern. Auch die Ärmel habe ich ein bisschen schmaler genäht als das Schnittmuster es vorsah. 

Der Stoff und das Nähen:
Der Bouclé ließ sich wie erwartet gut verarbeiten. Einzig das (gelegentlich unvermeidbare) Auftrennen war mühselig, da die Nähte in der Struktur des Stoffes kaum zu sehen waren. Damit der Blazer noch etwas spannender aussieht, habe ich für die Ärmel die linke, unbeschichtete Seite des Stoffes verwendet. Da der Bouclé recht weich ist, habe ich die vorderen Besätze und die Nahtstellen des Vorderteils mit Vlieseline verstärkt. Müsste ich den Blazer noch einmal nähen, würde ich jedoch gleich die gesamten Vorderteile verstärken. In die Schultern habe ich Schulterpolster eingearbeitet und die Jacke dann gefüttert.
Für die Knöpfe habe ich von vorne herein nach Ösenknöpfe (d.h. Knöpfe, die nur mit einer Öse auf der Rückseite festgenäht werden und an der Vorderseite geschlossen sind) Ausschau gehalten. Hier habe ich dann auch einige sehr schöne, leicht spitz zulaufende Knöpfe gefunden. Mir gefallen sie auf der Jacke sehr gut. Die Knopflöcher habe ich (anders als bei Blazern üblich) hochkant einnähen müssen. Die Stoffkante war zu dick für meine Nähmaschine und ich musste den Versuch eines querliegenden Knopflochs wieder auftrennen. Zum Glück fällt das in dem unruhigen Gewebe nicht so stark auf.

Auf eine Borte und Taschen habe ich dann doch verzichtet. Nachdem ich sie jeweils zur Probe an den Blazer angesteckt hatte, gefiel er mir ganz clean einfach besser. Stattdessen habe ich eine schwarze Blumenbrosche, die ich noch in meinem Accessoirefundus hatte, an das Revers geheftet.
So richtig nach CHANEL sieht der Blazer noch nicht aus, aber ich werde weiter üben.

Das ideale Schnittmuster für einen figurnahen und schmal geschnittenen Blazer habe ich bislang noch nicht entdeckt. 

Habt ihr den perfekten Blazerschnitt schon gefunden?






Dienstag, 9. Februar 2016

Nadel und Faden: La Catrina


Bevor Fasching morgen auch schon wieder vorbei ist, möchte ich euch hier noch ein weiteres Kostüm zeigen. Diesmal ist es jedoch nicht selbst genäht, sondern lediglich abgeändert. Ursprünglich war das Kostüm ein komplettes Kleid, das ich für nur 8 € auf einem Flohmarkt erstanden habe - ein Riesenschnapp! Weniger wohlwollend könnte man es vielleicht als einen pinken Polyesteralbtraum bezeichnen, aber ich fand es klasse! Da es auf dem Flohmarkt keine Möglichkeit zur Anprobe gab (außerdem war es Winter und sehr kalt), habe ich das Kleid auf gut Glück mitgenommen. Daheim angekommen musste ich dann leider feststellen, dass es an der Taille extrem eng sitzt... An Luft holen war bei geschlossenem Reißverschluss nicht mehr zu denken! Kurzerhand habe ich daher die Rüsche am Ausschnitt des Kleides abgetrennt und das Kleid auseinander geschnitten.




Um mir Arbeit zu ersparen und den Rock nur noch mit einem neuen Bund säumen zu müssen, habe ich den Reißverschluss oberhalb der Taille herausgetrennt. Aber wie das so ist - kurz nicht aufgepasst und prompt war der Schlitten von dem abgeschnittenen Reißverschluss runtergerutscht. Da war nichts mehr zu machen, also los und einen neuen Reißverschluss gekauft.
Für den Bund habe ich das Band verwendet, das um die Taille des Kleides gewickelt werden konnte. Das Schleifchen verdeckte dann auch elegant das Füßchen des Reißverschlusses.














Für das Oberteil habe ich nur noch die Rüsche an ein schlichtes Tanktop genäht - und das Kostüm dann als "La Catrina" interpretiert. Mit jeder Menge Schmuck, Blumen und Schminke - erkannt hat mich auf dem Maskenball jedenfalls niemand! :)


Sonntag, 7. Februar 2016

Nadel und Faden: Das Blumenkostüm


Nachdem ich in den Vorjahren immer seeehr knapp mit der Fertigstellung des jeweiligen Kostüms dran war, hatte ich für die Faschingsvorbereitung 2016 große Ziele: Schon im Frühjahr habe ich mir die Schnitte für zwei Kostüme herausgesucht und die entsprechenden Stoffe bestellt. Als sie ankamen, wurden sie auch gleich gewaschen, um sie dann weiter verarbeiten zu können - aber bis Fasching war es ja noch sooo weit hin. Also wanderten die Stoffe erst mal in den Schrank und ich fing andere Nähprojekte an. Bis plötzlich Weihnachten vor der Tür stand, Silvester gefeiert wurde und 2016 begann... ZACK, war es wieder genauso knapp wie immer und das zweite geplante Kostüm habe ich erst gar nicht angefangen. Naja, ich hoffe auf Fasching 2017...







Das Blumenkostüm besteht nun aus Rock und Hut - eigentlich wollte ich auch noch ein passendes Oberteil nähen - aus Zeitmangel wurde dieses Vorhaben aber aufs nächste Jahr verschoben. Vorlage für den Hut ist dieser Blütenhut aus der Burda 01/2014. Das dazugehörige Kostüm gefiel mir jedoch nicht ganz so gut und so habe ich stattdessen einen mehrlagigen Rock aus zwei Tönen grünen Tülls, Satin und Organza genäht. 

Ein Schnittmuster habe ich nicht verwendet, sondern den Rock frei Schnauze zusammen geschustert: Der Satin ist kreisrund zu einem Tellerrock zugeschnitten und am Bund mit einem Gummiband zusammengerafft. Vor Einzug des Gummibands habe ich noch den Organza doppellagig auf die Weite des Bunds eingereiht und daran festgesteppt. Der Tüll ist ebenfalls eingereiht und als Rüsche an den Saum des Satins gesteppt. Da die Rüsche über fünf Meter lang war, sah das Ganze dann sehr tutu-mäßig aus.
Damit der Rock nicht ganz so glatt aussieht, habe ich die beiden Organzalagen noch zu kleinen Knödelchen zusammen gebunden. Sie sind allerdings nur mit einem Band verknoten und können jederzeit wieder aufgelöst werden. Ein bisschen erinnert mich das ganze ja an Disneys "Küss den Frosch" - da habe ich gleich eine Variationsmöglichkeit für nächstes Jahr!

Als Grundlage für den Hut kam ein älterer Strohhut zum Einsatz, den ich nur noch selten trage. Die Blüten sind mit Metallverschlussklammern (solche, wie man sie zum Verschließen von Briefsendungen verwendet) an dem Strohhut befestigt. Man könnte sie also auch wieder abnehmen. Für die Blüten habe ich pro Blume drei bis vier Kreise aus Krepppapier zugeschnitten, die Kanten wellig geschnitten und sie dann locker zusammengefasst festgepinnt. Das alles klappte überraschend gut und der Hut war frustfrei gebastelt. :)

Als was verkleidet ihr euch dieses Jahr?



Montag, 1. Februar 2016

Lesezeichen: Bücher im Januar

Lesetechnisch fing das Jahr 2016 gut an! Schon im Januar habe ich einige Bücher gelesen, die mir wirklich gut gefallen haben. Hier meine beiden Empfehlungen des Monats:


Bildquelle: hier                                Bildquelle: hier 

Vor uns das Leben von Amy Harmon

Hannah Lake, Pennsylvania, 2001: Die Geschichte spielt in einer ganz normalen amerikanische Kleinstand und handelt von Bailey, der aufgrund einer Muskelkrankheit im Rollstuhl sitzt, seiner Cousine und besten Freundin Fern, klug aber unscheinbar, und Ambrose, dem Mädchenschwarm und Star des Ringerteams. Bailey, Fern und Ambrose sind in ihrem letzten Jahr auf der High-School - Ferns große Leidenschaften sind das Schreiben von Liebesromanen und ihre Schwärmerei für Ambrose, der jedoch an ihrer Freundin Rita interessiert ist. Bailey weiß, dass er aufgrund seiner Krankheit nahezu gar keine Zukunftspläne schmieden kann und so nimmt er jeden Tag wie er kommt. Auf Ambrose hingegen wartet nach der Schule ein Sportstipendium, doch er hat Angst, den zunehmenden Erwartungen nicht gerecht werden zu können. Doch nach den Anschlägen vom 11. September meldet sich Ambrose entgegen aller Erwartungen zusammen mit vier Freunden zum Militärdienst. Natürlich bleibt die dramatische Wendung nicht aus und als Ambrose kriegsversehrt nach Hannah Lake zurückkehrt, hat sich alles von Grund auf geändert. Und nun sind es die herzensgute Fern und der humorvolle Bailey, die ihn langsam zurück ins Leben holen.
Bis auf einige aus meiner Sicht zu patriotische Momente (die aber bei den Themen USA und Militär wohl nicht ausbleiben können), hat mir an diesem Buch einfach alles gefallen. Sowohl der humorvolle Bailey, trotz seiner Krankheit ewiger Optimist, Ambrose und natürlich die süße Fern sind tolle Charaktere, denen man nur das Beste wünscht. Durch Rückblicke, die die laufende Handlung immer wieder ergänzen, lernt der Leser die Protagonisten zudem noch besser kennen. Die Geschichte ist wirklich herzerweichend und zeigt wieder einmal: Freundschaft ist das wichtigste Gut im Leben.

Amy Harmon: Vor uns das Leben
Erschienen bei: Egmont INK
384 Seiten

Straße der Schatten von Jennifer Donnelly

New York, 1890: Die 17-jährige Josephine Montfort entstammt den besten New Yorker Kreisen (das kann man sich ungefähr so vorstellen wie Rose bei Titanic :)) und lebt das behütete Leben einer jungen Dame der höheren Gesellschaft. Ihr Lebensweg scheint mit einer vorteilhaften Heirat und Pflichten für die Familie vorbezeichnet. Dann jedoch geschieht ein Unglück: Josephines Vater stirbt durch seine eigene Waffe. Während offiziell von einem Unfall ausgegangen wird, um den Skandal eines vermeintlichen Selbstmords zu umgehen, kann Jo auch das nicht glauben. Gemeinsam mit dem jungen Journalisten Eddie Gallagher beginnt sie zu recherchieren und lernt hierbei erstmals das New Yorks jenseits der großen Stadtvillen und eleganten Salons kennen. Dreh- und Angelpunkt scheinen unlautere Geschäfte zu sein, die die Reederei von Jos Vater und Onkel vor vielen Jahren begangen hat. 
Auch wenn Jos und Eddies Ermittlungen nur langsam voran gehen, ist die Geschichte spannend und sehr atmosphärisch erzählt. Ich finde das New York des ausgehenden 19. Jahrhunderts eine extrem spannende Kulisse. Die detaillierten Schilderungen von Jos Leben in einer Welt, in der Stammbäume, die strikte Einhaltung der Etikette und „altes“ Geld das Wichtigste sind, und selbst für gebildete Mädchen Heirat und ein Leben ohne eigene Meinung die einzigen Optionen sind, sind faszinierend und beklemmend zugleich.
Jennifer Donnellys Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und als Leser kann man gänzlich in die Geschichte und die Atmosphäre eintauchen.

Jennifer Donnelly: Straße der Schatten
Erschienen bei: PIPER
448 Seiten